Arapaima gigas

Hier entsteht gerade eine Informationsseite zu einem der grössten und auch interessantesten Süsswasserfische der Welt – dem  Arapaima gigas. Es werden Daten und Fakten gesammelt, zu Biologie, Vorkommen und kommerziellen Aquakultur dieser bedrohten Fischart. Da rund um diesen Fisch im Laufe der Zeit einige Mythen entstanden sind (z.B.  “grösster Süsswasserfisch der Welt”), die teilweise nicht haltbar sind, werden wichtige Fakten immer wieder mit Quellenangaben aus der wissenschaftlichen Literatur belegt.

Systematik und Taxonomie

Klasse: Teleostei (Echte Knochenfische)

Ordnung: Osteoglossiformes (Knochenzünglerartige)

Familie: Arapaimidae (Knochenzüngler)

Gattung: Arapaima

Art: Arapaima gigas

Die Erstbeschreibung erfolgte 1822 durch den Schweizer Zoologen Heinrich Rudolf Schinz. Die Benennung als “Knochenzüngler” bezieht sich auf die harte, knochenartige Struktur der Fischzunge.

Weitere Namen

Im Deutschen, Englischen und Französischen Sprachraum wird A. gigas nur als Arapaima bezeichnet. In Peru kennt man ihn als Paiche und in Brasilien wird er auch als Pirarucu bezeichnet. Der lateinische Artname “Arapaima” wurde von den Ureinwohnern des Amazonas übernommen und bedeutet “roter Fisch”, was sich auf die leuchtend rote Schuppenzeichnung der ausgewachsenen Tiere bezieht. “Gigas” stammt aus dem Griechischen und bedeutet “riesig”.

Natürliche Verbreitung

Die ursprüngliche Verbreitung des Arapaima erstreckt sich über das zentrale Amazonas-Becken in Brasilien bis in die Grenzgebiete in Peru, Equador, Kolumbien und Guyana. Vor ca. 30 Jahren wurde die Art – absichtlich oder versehentlich – in das Madre de Dios Flusssystem in Peru eingeführt und hat sich von dort aus bis in das Nordbolivianische Amazonasbecken ausgebreitet. Zusätzlich wurde der Arapaima auch in weitere Gewässersysteme im Nordosten und Süden Brasiliens verbracht und hat sich dort seither etabliert (FAO XX).

Einführung in weitere Länder

Ausser in die unmittelbar benachbarten Länder Brasiliens, wie Peru und Bolivien, wurde der Arapaima auch in Mexiko, Kuba, China, Philippinen, Singapur und Thailand eingeführt (FAO XX). Die Einführung fremder Fischarten birgt meist gewisse Risiken für die angestammten Fischgemeinschaften. So gibt es aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen aus verschiedenen Gewässern Boliviens, die einen Zusammenhang herstellen, zwischen der erstmaligen Sichtung des Arapaima und einem starken Einbruch der heimischen Fischpopulationen (Miranda-Chumacero et.al. 2012).

Gefährdungstatus

Arapaima gigas wird auf der CITES Liste im Annex II geführt. Das bedeutet, der weltweite Handel unterliegt gewissen Beschränkungen.

Maximale Länge und Gewicht

In der Datenbank auf fishbase.org wird die maximale Körperlänge von Arapaima gigas mit 450 cm angegeben, das grösste in der wissenschaftlichen Literatur belegte Gewicht beträgt 200 kg. Der Wert für die maximale Körpergrösse ist allerdings nicht ganz unumstritten.

Immer wieder wird der Arapaima als “grösster Süsswasserfisch der Welt” bezeichnet. Aber auch wenn sich diese Bezeichnung hartnäckig hält, so gibt es alleine in Europa schon zwei Fischarten, die den Arapaima in Grösse und Gewicht noch übertreffen können. Es handelt sich zum einen um die – leider selten gewordene – Störart “Hausen” (Huso huso), der bis zu 8 m lang und 3200 kg schwer werden konnte, zum anderen um den Europäischen Wels Silurus glanis, dessen Maximallänge bzw. -gewicht mit 5 m und über 300 kg belegt sind.

Besonderheiten zur Biologie

Der Arapaima ist ein sogenannter “fakultativer Luftatmer”, d.h. er muss seinen Sauerstoffbedarf zwingend durch das Atmen atmosphärischer Luft decken. Zumindest als ausgewachsener Fisch kann er den benötigten Sauerstoff nicht mehr über die Kiemen aus dem Wasser decken. Dies ist evolutionär sicherlich eine Anpassung dieser Art an sauerstoffarme Bedingungen der Gewässer während der Trockenzeit. Im Laufe seiner Individualentwicklung von der Fischlarve zum adulten Tier wandelt sich der Arapaima vom reinen Kiemenatmer zum Luftatmer (Brauner et al., 2004). In Berichten vom Amazonas wird immer wieder erwähnt, dass das Luftschnappen des Arapaima weithin als schmatzendes Geräusch zu hören ist.